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Nesbo, Jo, Headhunter, Ullstein 2010, ISBN 9-783548-280455, 14,95 €
Kopfjagd andersrum
Roger Brown ist als Headhunter einer der besten seines Faches und in der Regel damit beauftragt, den Besten für seinen jeweiligen Auftraggeber zu akquirieren. Clas Grewe ist einer seiner Wunschkandidaten. Was niemand ahnt, Brown ist nebenher auch als Kunstdieb unterwegs, während auch Grewe ein falsches Spiel treibt.
Und noch ehe sich der Leser versieht, findet er sich in einem Irrsinn wieder, in dem jeder jeden jagt. Nur, dass die entsprechenden Köpfe nicht für Silbertabletts bestimmt sind. Eine untreue Ehefrau ist mit von der Partie, ein unzurechnungsfähiger Komplize mischt mit. Irgendwann taucht auch die Polizei in Gestalt eines sündschönen und bisexuellen Ermittlers auf. Die übrigen Gesetzeshüter können da nicht mithalten. Grottendumme Landpolizisten und Gerichtsmediziner, die weder den ungefähren Todeszeitpunkt ermitteln können noch merken, dass einer ihrer Kunden bereits aufgeschlitzt ist. So überlebt Brown mehr durch Zufall als durch irgend jemandes Geschick.
Fazit: Nesbo lässt seinen Antihelden selbst erzählen, was dem Buch während der ersten drei Viertel seinen ganz besonderen Charme gibt. Man wartet förmlich darauf, dass Brown endlich eines aufs Großmaul bekommt, freut sich entsprechend. Leider lässt der Autor im letzten Viertel so stark nach, dass man bedauert, dass sein Headhunter am Schluss doch noch den Kopf auf seinen Schultern hat. Und der Prolog ist völlig überflüssig, nur der übliche Adrenalinhochschubser.
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